Medialität kennt viele Formen und Wege, um sich uns zu zeigen.

Mir selber war es ziemlich lange nicht bewusst, dass das, was für mich «ganz normal» war, für andere Menschen nicht galt. Als Kind lebte ich dazumal in meiner ganz eigenen Welt, dazu gehörten die Tiere, die Wesen der Natur und meine «Begleiter», die immer da waren. Natürlich spielte ich mit meinen Geschwistern und den Nachbarkindern, doch am liebsten war ich mit den Tieren in meiner Welt. Als ich dann irgendwann merkte, dass die anderen Kinder und die Erwachsenen keine «solche Freunde» wie ich sie hatte, konnte ich das nicht verstehen. Wenn ich manchmal etwas den anderen Kindern oder den Erwachsenen von meinen «Erlebnissen» erzählen wollte, wurde ich gerne als Lügnerin, Wichtigtuerin oder als sonderbar abgetan.

Bis ich wieder einmal meiner Grossmutter erzählte – die selber medial veranlagt war, wie schon ihre eigene Mutter – wie es mir dabei erging, nicht als glaubenswürdig zu gelten. Meinte sie ganz ruhig: «Schau mal, ich glaube dir und es ist schön, solche Freunde zu haben, ich weiss wie sich das anfühlt. Aber weisst du, es ist besser, wenn du die Geschichten für dich behaltest, die Andern können es noch nicht verstehen und werden dich verurteilen. Also warte damit, bis deine Zeit kommen wird, um es dann preiszugeben und Verständnis zu erhalten».

Ich besass schon früh einen siebten Sinn, der mich zwischen den Zeilen lesen lies und entlarvte vor allem die Erwachsenen beim Lügen. Das Schlimme aber war, dass sie es auch merkten, dass ich sie dabei entlarvte und stellten mich im Gegenzug schlecht hin. Ich lernte damit umzugehen, um mich nicht dauernd mit meinem Verhalten bei ihnen zu verraten, dass ich «es» wusste, und auf eine geheimnisvolle Weise wurden ihre Lügen halt von alleine aufgedeckt. Aber den gewissen Lehrern oder Geistlichen, war ich einfach zu viel, mich um sich zu haben und mir in die Augen zu schauen. Sie fingen an, mich zu sabotieren und nicht mehr zu beachten, als wäre ich nicht vorhanden. Da ich mir keines Fehlers bewusst war und mich ausgegrenzt fühlte, ging meine Freude am Lernen verloren, ich ging nicht mehr gerne zur Schule und wurde eine schlechte Schülerin.

Damals verlor ich auch mein Interesse an meinen «Freunden», denn was hatten sie mir da bloss eingebrockt und ich wollte doch einfach nur «normal» sein. Ich wandte mich von ihnen und von mir, was am schlimmsten war, ab. Ich wurde frech und aufmüpfig, hatte Mühe mit mir selber.

Meine Ausbildung in der Berufswelt war eine Qual, mit einer Lehrmeisterin, die in mir nichts Gutes sah und mich schikanierte, wo es ging. Da ich die Lehre in einem anderen Kanton absolvierte, hatte ich unter der Woche ein Zimmer bei einer Kundin von unserem Geschäft, wo ich arbeitete. Sie war meine sogenannte Schlummermutter, meine Schulter zum Ausweinen und die mich immer wieder aufbaute und motivierte, mir den Rücken stärkte, um durchzuhalten.

Es war wahrlich keine einfache Zeit damals, da ich auf Alles und Jeden, so sensibel reagierte.

Kurz nach der Lehre und nur ein paar Monate auf meiner ersten Arbeitsstelle, hatte ich einen wirklich schlimmen Verkehrsunfall mit dem Motorrad meines Freundes. Ich hatte einen Zusammenprall mit einem Lieferwagen und verlor dabei beinahe mein Leben. Von diesem Unfall weiss ich nur noch Bruchstücke, aber von meiner Nahtoderfahrung weiss ich noch jedes Detail und jeder Gedanke, als wäre es erst gestern geschehen. Dieser Augenblick – der immerhin drei Tage im Koma dauerte – machte mir klar, dass nur ich alleine darüber entscheiden konnte, ob ich «Hier» bleiben und sterben möchte oder ob ich zurück in mein Leben wollte, um so zu leben, wie ich eben gedacht bin, mit all meiner Sensitivität und Medialität, die ich in mein Leben mitgebracht habe. Ich wollte leben und wollte meine Gaben zu meiner Berufung machen.

Jetzt wo ich diese Zeilen schreibe, kann ich meine Grossmutter ganz nahe bei mir spüren und weiss: «Jetzt ist die Zeit gekommen, um über die Medialität zu sprechen und damit nicht auf taube Ohren und Unverständnis stosse.»

Was für einem Weitblick und Vertrauen hat da aus meiner Grossmutter gesprochen.

All denen, die sich hier von meiner Geschichte angesprochen fühlen und wissen, wie es ist als sonderlich zu gelten, denen rate ich: «Geht euren Weg, denn so seid ihr gedacht und die Welt ist jetzt bereit, sie braucht euch!»

Es gibt bereits viele gute Schulen, in denen Ausbildungen in der Medialität und Sensitivität, wie auch im Heilen angeboten wird, die MAS in Einsiedeln unter der Leitung von Elvira und Markus Truttmann, kann ich wirklich empfehlen.